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Autor: ZHFS

Zürcher Hochschulinstitut für Schulpädagogik und Fachdidaktik

Dok.Nr. 793

Expertise zu Naturwissenschaft und Technik in der Allgemeinbildung im Kt. ZH

Metatext Weltweit wird Handlungsbedarf zur Optimierung der naturwissenschaftlichen Bildung an den Schulen gesehen. Die grosse Diskrepanz zwischen der gesellschaftlichen und ökonomischen Bedeutung von Naturwissenschaften und Technik in der modernen Welt und deren Stellenwert in der Schulbildung wird in vielen Ländern beklagt. Auch für die Schweizer Schulen gilt, dass naturwissenschaftlichen und technischen Themen nicht die Aufmerksamkeit geschenkt wird, die ihnen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Relevanz eigentlich gebührt.

Eine Folge dieser Situation ist, dass die Hochschulen grosse Mühe haben, talentierte Studierende für die naturwissenschaftlichen und technikorientierten Studienrichtungen zu gewinnen. Die Prosperität des Wirtschaftsstandortes Zürich hängt nicht zuletzt davon ab, dass naturwissenschaftliche Spitzenforschung und technische Innovationskraft erhalten bleiben. Die Grundlagen dafür werden in den Schulen gelegt und deshalb muss eine Veränderung im Unterricht ansetzen.

Die PISA-Studie bescheinigt der Schweiz zwar insgesamt eine zufrieden stellende Bildungsbilanz, aber die durchschnittliche Leistung in den Naturwissenschaften bleibt deutlich hinter der Leistung in Mathematik zurück. Im internationalen Vergleich wird in der Schweiz relativ wenig Zeit auf den naturwissenschaftlichen Unterricht verwendet (PISA 2006). Neben der immer problematischer werdenden Situation hinsichtlich der Rekrutierung des technischen und naturwissenschaftlichen Nachwuchses geben aber auch Defizite in der naturwissenschaftlichen Allgemeinbildung zu denken. Umfragen zeigen nicht selten tief greifende Missverständnisse, wenn Menschen mit der Begründung, keine Gene essen zu wollen, auf Biogemüse umstellen oder aber auf die Propaganda der Kreationisten hereinfallen, weil die Evolutionstheorie nicht wirklich verstanden wurde. Mündige Bürger, die direkt oder indirekt über politische Entscheidungen in der Forschungsförderung und Technologieentwicklung abstimmen, müssen über ein wissenschaftliches Grundverständnis verfügen. Gegenwärtig wird dies auf keiner Schulstufe im naturwissenschaftlichen Unterricht geleistet und übereinstimmend werden qualitative und quantitative Veränderungen gefordert.

Unzufriedenheit mit dem naturwissenschaftlichen Unterricht ist weder eine Zürcher noch eine schweizerische Besonderheit. Seit Langem ist bekannt, dass gerade der Unterricht zu naturwissenschaftlichen und technischen Themen sehr oft sein Ziel nicht erreicht, weil es nicht gelingt, den Schülerinnen und Schülern ein grundlegendes Verständnis der wissenschaftlichen Begriffe in dem jeweiligen Inhaltsgebiet zu vermitteln.

8. Juli 2009
Rubrik Bericht Medientyp: PDF
Stichworte Begabungen fördern (54) | MINT (49) | Schule (132) |
Kategorie 17. Mai 2011

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