Faire Systeme zum Vergleich von Qualitäts- und Leistungszuwächsen sind in der Schweiz noch kaum entwickelt. Das möchten wir ändern.
Zur Förderung der Qualität ist international ein Trend in Richtung Standardisierung und Vergleichbarkeit von Schülerleistungen und Schulqualität festzustellen. Allerdings bestehen in der wissenschaftlichen Literatur und auch in der Praxis grosse Bedenken im Blick auf das regelmässige Testen von Schüler- und Schulleistungen: Das Lernen für die Tests kann die Aufmerksamkeit und die Energien aller Beteiligten zu einseitig auf bestimmte Felder lenken. Andererseits besteht ein starkes Interesse der Eltern und der Schülerinnen und Schüler sowie der Öffentlichkeit an genug Transparenz zur Qualität. Persönliche Lebenschancen und der effektive Einsatz von Mitteln stehen in engem Zusammenhang zur Qualitätsförderung.
Das zunehmende Anliegen der freien Schulwahl wird genährt durch den Wunsch nach vermehrten Wahlmöglichkeiten. Das Anliegen kommt aber ohne vermehrte Transparenz nicht zum Tragen. Faire Systeme zum Vergleich von Qualitäts- und Leistungszuwächsen sind in der Schweiz noch kaum entwickelt. Erfahrungen mit der freien Schulwahl bestehen bei den Gymnasien. Wahlfreiheit ist auch für Tagesschulen und Krippen üblich. Im Bereich der vorschulischen Betreuung und Bildung experimentiert Luzern mit Unterstützung des Bundes mit Bildungsgutscheinen. Vielerorts werden leistungsabhängige Finanzierungssysteme eingesetzt.
Das Forum Bildung möchte zu folgenden Fragen die Diskussion voranbringen:
Eine freie Schulwahl soll dazu führen, das Engagement und die Zufriedenheit der Eltern zu erhöhen, weil sie die Schule bewusst gewählt haben. Bei der Festlegung eines Modells sind zahlreiche Parameter aufeinander abzustimmen. Wenn die Schule ein Forum der Begegnung aller Volksschichten bleiben soll, muss eine substantielle Schüleraufnahme aus dem unmittelbaren räumlichen Schulumfeld verlangt werden und jede Diskriminierung nach sozialer Herkunft oder Religion soll ausgeschlossen werden.
Die curricularen Ziele sollen ohne zusätzliche finanzielle Belastungen der Eltern durch eine weiterhin unentgeltliche Volksschule erreicht werden können. Es muss geklärt werden, was mit Schulen von ungenügender Qualität geschieht. Finanzielle Anreize sollen gute Leistungen und erfolgreichen Leistungserwerb in nach sozialer Schülerherkunft differenzierten Pauschalen honorieren. Für die Einführung der Wahlfreiheit müssen deshalb klare Rahmenbedingungen gesetzt werden, die derzeit noch nicht gegeben sind.
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27. März 2012
Medienmitteilung, Referat und Fotos zur Veranstaltung “Elternhaus-Schule” aufgeschaltet
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