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Sonderpädagogik trifft Medienpädagogik

Die Aufgabe der Sonderpädagogik ist es, individuelle Entwicklungsmöglichkeiten von Menschen zu entdecken und zu fördern. Technologien können in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle einnehmen. Technik ist aber nicht per se nützlich, sondern entfaltet erst im Kontext disziplinärer und professioneller Konzepte einen didaktischen Mehrwert. An der Schnittstelle zur Medienpädagogik kann der Einsatz von digitalen Medien für die Sonderpädagogik bzw. die dahinter stehenden Menschen didaktisch wertvoll werden.

Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) umfassen drei Dimensionen: Barrierefreiheit (Accessibility), Assistieren und Fördern mit ICTs.

1. Dimension: Barrierefreiheit

Barrierefreiheit bezeichnet grundsätzlich eine Gestaltung der Umwelt in der Art, dass sie von Menschen mit Beeinträchtigungen ohne zusätzliche Hilfsmittel genutzt werden können. In Bezug auf das Internet und neue Medien meint Barrierefreiheit, dass Webseiten für jeden Nutzer und jede Nutzerin mit jedem beliebigen Browser und jeder beliebigen technischen Ausstattung voll umfänglich nutzbar sein muss. Barrierefreiheit garantiert die Gleichstellung und Möglichkeiten sonderpädagogischer Förderung

2. Dimension: Assistieren mit ICTs

Technik erhält hier eine kompensatorische Funktion. Die Assistenzfunktion der Technik ermöglicht zum einen Lernprozesse durch spezielle Lerntechnologien sowie einen höheren Grad an Integration, Kommunikation, Unterstützung bei alltäglichen Verrichtungen. Die Medienpädagogik strebt auch mit der Assistenz eine Gleichstellung an, um die Medien didaktisch nutzen zu können.

3. Dimension: Förderung mit ICTs

Förderung mit ICTs stellt die direkte Schnittstelle zwischen Technik und Sonderpädagogik dar. Es ist die originäre Aufgabe der Sonderpädagogik, Bildung und Teilhabe zu ermöglichen. Wenn Technik einen Beitrag dazu leistet, wird sie sonderpädagogisch wertvoll.

Für den Kontext der Schule dominiert die Medienerziehung im Bereich der Medienpädagogik. Im Zentrum steht hier die Medienbildung durch Medienkompetenz und Beteiligung. Technik kann durch die drei Dimensionen Barrierefreiheit, Assistenz und Förderung einen medienpädagogisch wertvollen Beitrag zur Teilhabe von Menschen mit besonderen Herausforderungen leisten.